07. November 2019

Neugestaltete Infotafeln für die Mittelalterliche Mikwe in Erfurt

Mikwe ist ein hebräisches Wort und heißt "Wasseransammlung". Eine Mikwe ist ein Badehaus zur rituellen Reinigung und spielt im Judentum eine wichtige Rolle. Die Erfurter Mikwe steht seit Mitte des 13. Jahrhunderts nur einige Meter von der Krämerbrücke entfernt direkt am Flüsschen Gera und wird von diesem mit "lebendigem", fließendem Wasser versorgt. Nach der erzwungenen Abwanderung der Erfurter Juden Mitte des 15. Jahrhunderts geriet sie in Vergessenheit und wurde erst 2007 wiederentdeckt. Sie kann im Rahmen von öffentlichen Führungen besichtigt oder jederzeit durch ein Fenster betrachtet werden.

Wir haben die drei an der Mikwe angebrachten Infotafeln nach acht Jahren gestalterisch angepasst. Grafiken und Bilder blieben bestehen, aber da neue Erkenntnis inhaltliche Anpassungen erforderten, strukturierten wir das Layout neu, um die Tafeln übersichtlicher zu machen. Sie informieren auf Deutsch und Englisch über Bedeutung, Baugeschichte und nachjüdische Nutzung des Gebäudes.
Grundlage für die Gestaltung der Infotafeln bildet nach wie vor das von unserem Atelier entwickelte preisgekrönte Erscheinungsbild des Netzwerks Jüdisches Leben Erfurt. Uns verbindet eine langjährige Zusammenarbeit mit dem Netzwerk und wir freuen uns, das jüdisch-mittelalterliche Erbe Erfurts auf dem Weg zum Welterbe begleiten zu dürfen.

Die Tafeln dienen einer ersten Information vor Ort. Idealerweise schaut man sich die Mikwe im Rahmen einer öffentlichen Führung an. Jeden Donnerstag um 15 Uhr von November – März und von April – Oktober donnerstags um 16 Uhr sowie samstags um 14 Uhr.